Störungsbilder

Die Wahrscheinlichkeit im Verlauf seines Lebens an einer psychischen Störung zu erkranken liegt in Deutschland bei 42,6 %. Wir stellen Ihnen kurz die wichtigsten Störungsbilder vor, die wir in unserer Praxis behandeln.

Anpassungsstörungen

Auch ohne die Kriterien einer depressiven Störung zu erfüllen, können Lebensveränderungen und Belastungsfaktoren einen Menschen aus der Balance bringen und psychisch beeinträchtigen. Die Behandlung einer Anpassungsstörung ermöglicht eine gelungene Adaption an gegenwärtige Lebensbedingungen.

Depression und andere affektive Erkrankungen

Eine depressive Symptomatik äußert sich in der Regel über dauerhaft niedergeschlagene Stimmung, Verlust von Freude, Antrieb und Interesse, Erschöpfung, Schlafstörungen oder Angstgefühle. Wenn Sie sich vermehrt aus Aktivitäten und sozialen Beziehungen zurückziehen und sich zu nichts mehr aufraffen können, dann ist es womöglich sinnvoll, das Vorliegen einer depressiven Erkrankung vom Fachmann abklären zu lassen. Manchmal liegen auch vorrangig körperliche Symptome wie Schmerzen vor, die vermeintlich erst einmal gar nichts mit einer depressiven Störung zu tun haben. Wir helfen Ihnen gerne weiter, die richtige Diagnose zu ermitteln.

In einem 12-Monats-Zeitraum erkranken 14 % der Deutschen an einer affektiven (die Gefühle betreffenden) Erkrankung.

Burnout

Ständig abgeschlafft? Angespannt und doch nicht in der Lage, einzuschlafen? Immer unter Strom, um alles zu erledigen, was an Aufgaben Ihren Weg kreuzt?

Ein Burnout ist eine prozessuale Entwicklung, an deren Ende nach einer Phase hohen beruflichen oder privaten Engagements, Erschöpfung, Gereiztheit und Sinnleere stehen. Dabei ist es ein Mythos, dass nur Karrieristen unter Burnout-Störungen leiden. Ein Burnout kann jeden treffen, der sich an hohen Idealen orientiert und sich verausgabt, ohne angemessen auf Regeneration zu achten (z.B. durch die Pflege eines Angehörigen!).

4,2 % der deutschen Bevölkerung entwickelt binnen eines Jahres Symptome von entsprechendem Krankheitswert.

Angststörungen

Schweiss auf der Stirn, Herzrasen, Unwirklichkeitsgefühl? Dinge, die Ihnen früher mühelos von Hand gingen bereiten Ihnen ein Gefühl des Grauens? Situationen, die sie einmal problemlos bewältigten, machen Ihnen so viel Angst, dass Sie sie zunehmend vermeiden? Manchen Moment ertragen Sie nur noch mit Alkohol oder Tabletten, weil die Angst Sie sonst so lähmt, dass Sie nicht mehr adäquat handlungsfähig sind?

Angststörungen können eine Vielfalt unterschiedlicher Auslöser betreffen. Häufig sind Probleme beim Autofahren oder in öffentlichen Verkehrsmitteln, mit Höhe, räumlicher Enge oder in sozialen Situationen. Manchmal fürchten sich Patienten vor Blamage oder übermäßiger Aufmerksamkeit, andere haben Angst zu versterben, in Ohnmacht zu fallen oder ganz und gar die Kontrolle zu verlieren. Gar nicht so selten ist auch die beständige und übermäßige Sorge um Unglück in existentiellen Lebensbereichen, Finanzen, und um eine Bedrohung des Wohlergehens geliebter Menschen. Angststörungen sind vergleichsweise häufig. Im Zeitraum eines Jahres beträgt die Quote von Menschen mit entsprechenden Symptomen 15,3 %.

Somatisierungsstörung und Hypochondrie (somatoforme Störungen)

Das Vertrauen in die gesunde Funktionsfähigkeit des eigenen Körpers kann aus ganz unterschiedlichen Gründen gravierend beeinträchtigt werden. Dabei können sowohl wechselnde, medizinisch nicht einzuordnende Symptome belasten, wie auch die Sorge um eine bösartige oder degenerative Krankheit. Wenn Ängste und Sorgen  zunehmend um körperliche Prozesse  kreisen, aber Ihnen Ärzte aus unterschiedlichen Fachdisziplinen nicht adäquat helfen konnten, kann die diagnostische Abklärung beim Psychologen sinnvoll sein. Die Quote der Menschen mit somatoformen Störungen  in Deutschland beträgt 11 % binnen eines 12-Monats-Zeitraums.

Posttraumatische Belastungsstörungen und Traumafolgestörungen

Unfälle, körperliche oder sexuelle Gewalt, Verluste oder grauenvolle Erfahrungen in Krieg, Folter und Naturkatastrophen können das Vertrauen in andere Menschen und in die eigene Person schwerwiegend beschädigen. Das Geschehene lässt einen einfach nicht mehr los, verfolgt die Betroffenen in Schlaf, Gedanken aber auch durch ein Wiedererleben auf Sinnesebene. Der Körper bleibt in beständigem Alarm, um potentielle Bedrohungen um jeden Preis abzuwehren. Der Preis ist die Freude am Leben, weil Ihr Gehirn an jeder Ecke eine Gefahr wittert. 2,3 % der deutschen Bevölkerung leiden jährlich unter einer postraumatischen Belastungsstörung.

Chronische Schmerzstörungen

Akuter Schmerz besitzt eine physiologisch sinnvolle Warnfunktion. Nach 3-6 Monaten chronifizieren Schmerzen jedoch und sind vom ursprünglichen Gegenstand körperlicher Schädigung zunehmend entkoppelt. Der Schmerz hat seine natürliche Funktion verloren, ist nur noch zermürbend und verhindert die Teilhabe an soziale Beziehungen und freudvollen Aktivitäten. Schmerzpatienten ziehen sich mehr und mehr zurück. Die Wahrnehmung reduziert sich zunehmend auf die Schmerzempfindungen. Chronische Schmerzen sind in Deutschland ein häufiges Phänomen. 17 % leiden binnen eines Jahres unter quälenden körperlichen Zuständen, die sie der Lebensfreude berauben.

Erkundigen Sie sich bei uns gerne, ob wir Ihnen auch über die genannten Störungsbilder hinaus unsere Expertise bei der Bewältigung Ihrer Erkrankung zur Verfügung stellen können.

ADHS

Entgegen der landläufigen Meinung sind nicht ausschließlich Kinder und Jugendliche vom Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom betroffen. Brüche in der Lebensführung, Schwierigkeiten in Organsiation und Struktur, Mangel an Konzentrationsvermögen und sprunghaft-impulsive Interaktion können auf ein ADHS hinweisen, wenn diese Phänomene durchgehend seit der Kindheit vorhanden sind.

Studien zum Auftreten von ADHS in der Bevölkerung schätzen die Gruppe der erwachsenen Betroffenen auf 1-4%.

Ess-Störungen

Über Störungen des Essverhaltens, wie Adipositas, Anorexie oder Bulimie drücken sich oftmals manifeste psychische Probleme aus. Viele Menschen regulieren über Ihr Essverhalten dysfunktional emotionale Belastung und Anspannungszustände. Dabei kann ein übermäßig reguliertes Essen genauso Krankheitswert besitzen, wie Exzesse in der Nahrungsaufnahme.

In Deutschland von einer Ess-Störung wie Anorexie oder Bulimie  betroffen sind 1,5 % der Frauen und 0,5% der Männer.